Corona-Krise: Systemrelevante Jobs oft “Frauenberufe” | Die Wirtschaftsfrau
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Coronavirus impact on Small businesses

Systemrelevante Berufe werden häufig grösstenteils von Frauen getragen.

Corona-Krise: Systemrelevante Jobs oft “Frauenberufe”

Die Corona-Krise verdeutlicht, was schon lange bekannt ist: Systemrelevante Berufe werden häufig grösstenteils von Frauen getragen und sind unterbezahlt. Ein Beispiel dafür ist das Gesundheitswesen. Gemäss dem Bundesamt für Statistik waren im Jahr 2018 mehr als 84% des Pflegepersonals in Spitälern Frauen, in Alters- und Pflegeheimen sind es beinahe 86%. Die aktuelle Situation sorgt dafür, dass die Wertschätzung dieser Berufe durch die Bevölkerung steigt. Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist jedoch Aufgabe der Politik.

Es sind Detailhandelsangestellte, Reinigungsfachkräfte, Betreuungspersonen, Pflege- und Gesundheitsmitarbeitende etc. die in der Krise an vorderster Front stehen. Viele dieser Berufe werden zu einem grossen Teil von Frauen ausgeführt, gleichzeitig mangelt es an gesellschaftlicher Anerkennung und Wertschätzung sowie fairer Bezahlung. Obwohl die Wertschätzung im Moment stark angestiegen ist, sind die Arbeitsbedingungen vor allem in der jetzigen Situation prekär. So hat der Bundesrat mit der Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19) die Bestimmungen des Arbeitsgesetzes betreffend die Arbeits- und Ruhezeiten für Spitäler vorübergehend ausser Kraft gesetzt. “In den Spitalabteilungen, die infolge der COVID-19-Erkrankungen eine massive Zunahme der Arbeit erfahren, ist die Geltung der Bestimmungen des Arbeitsgesetzes vom 13. März 19645 betreffend die Arbeits- und Ruhezeiten so lange sistiert, wie es die ausserordentliche Lage erfordert”, so der Wortlaut der Verordnung. Zudem möchte der Bundesrat, dass Gesundheitspersonal trotz Vorerkrankungen weiterhin zur Ausübung der Arbeitstätigkeit verpflichtet werden kann.

Gleichzeitig ist die Solidarität ehemaliger Berufskolleginnen und -kollegen gross. Jeden Tag melden sich ehemalige Pflegefachkräfte, um die Mitarbeitenden im Gesundheitswesen zu unterstützen. Gemäss dem Schweizer Berufsverband der Pflegefachleute SBK haben sich allein beim Kantonsspital Luzern bereits über tausend Leute mit einer Ausbildung im Gesundheitswesen gemeldet, im Kanton Thurgau und St. Gallen sind es jeweils schon über 500. Viele, die sich melden, sind Mütter, die den Beruf aufgegeben haben, da die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Gesundheitswesen extrem schwierig ist. Da ihre Partner nun nicht oder nur beschränkt von zu Hause aus arbeiten, haben sie in dieser Situation Zeit, ihre ehemaligen Berufskolleginnen und -kollegen zu unterstützen. Auch dies zeigt, dass im Gesundheitswesen noch viel im Bezug auf bessere Arbeitsbedingungen gemacht werden muss.

Kategorie

News

Publiziert am

30.03.2020

Hashtag

#diewirtschaftsfrau #coronakrise #frauen #beruf

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