Ein neuer Blickwinkel | Die Wirtschaftsfrau
Warum Männer starke Frauen fürchten
Frauen müssen mehr führen wollen

Mit einem klaren Ziel lässt sich alles verwirklichen – ein Erfahrungsbericht von Frau Milada Keller.

Ein neuer Blickwinkel

Studium, Assistentsarzt-Zeit, Kinder, Familie, Aufbau einer eigenen Augenarztpraxis, Weiterbildungen in der Augenchirurgie – als Frau und berufstätige Mutter weiss ich, was es heisst, sich im Leben behaupten zu müssen. In diesem Erfahrungsbericht gehe ich darauf ein, wie ich die Herausforderungen einer eigenen Unternehmung gemeistert habe.

Schon in jungen Jahren hatte ich ein Auge für das Schöne: Naturschönheiten oder das liebevolle mit Falten übersäte Gesicht meiner Urgrossmutter. Aus diesen Wahrnehmungen hat sich der Wunsch herauskristallisiert, Augenärztin zu werden. Ich wollte den Menschen helfen, den Blick auf das Schöne nicht zu verlieren.

Gesundheit, Ästhetik und Erfolg sind weitere Themen, die mich fördern und beeinflussen.

1992 gründete ich nach der Facharztausbildung eine eigene augenärztliche Praxis in Brugg. Beide Kinder waren in der Primarschule und ich wollte in der Nähe sein, weshalb ich eine Liegenschaft suchte, in der ich sowohl Praxis wie auch Wohnung unterbringen konnte. Zunächst arbeitete ich mit einer medizinischen Praxisassistentin fünf Tage die Woche. Alle zwei Monate kam eine Woche lang – Tag und Nacht – der Notfalldienst dazu. Neu in der Agglomeration suchte ich den Kontakt zur Öffentlichkeit, nahm an Veranstaltungen teil, hielt Vorträge und war in der Schulpflege.

Das Buch „Gesund mit NLP“ von Yoka Brouwer legte einen wichtigen Grundstein für meine weitere Entwicklung. Die folgende NLP-Master-Ausbildung hat das Verständnis für die verschiedenen Persönlichkeitsstrukturen gestärkt und Anker für eine natürliche Kommunikation zu den Patienten gesetzt. NLP (neuro-linguistisches Programmieren) ist die Lehre der Vorgänge im Gehirn, die wir mit Hilfe der Sprache und unserer Handlung realisieren. Die Methode eignet sich hervorragend zur Kommunikationsverbesserung und unterstützt die persönliche Entwicklung.

Ein tiefer Einschnitt in meinem Leben zwang mich, mich auf Neues einzulassen. Die Kinder wurden selbständig und die Ehe zerbrach. Die Patientenzahl wuchs, die Praxis wurde zu eng. Ich fragte mich: Was will ich in der zweiten Hälfte meines Lebens erfahren? Es hiess, neue Wege zu gehen. So entstand die Idee, meiner Praxis einen Operationssaal anzugliedern. Schnell fand ich eine passende Räumlichkeit in Brugg sowie den Architekten, der die nötigen Investitionen für den Bankberater zusammenstellte. Die Zahlen richtig einzuordnen, hat Zeit in Anspruch genommen. Auch die Erkenntnis, dass die Amortisation sehr lange dauern würde, hat es schwierig gemacht, das Puzzle der sicheren medizinischen und teils nicht sicheren wirtschaftlichen Faktoren richtig zusammenzusetzen.

Doch die Motivation war gross.

Brainstorming liess kreative Ideen purzeln. Hilfreich waren konsiliarische Besuche in ähnlichen Institutionen.

Zurückblickend hat die auf die Patienten ausgerichtete Behandlung, meine chirurgische Erfahrung und das daraus entstandene Vertrauen das Vorhaben, mit 50+ ein Augenzentrum zu eröffnen, unterstützt.

Als Augenchirurgin, Augenärztin und gleichzeitig Arbeitgeberin und Geschäftsfrau habe ich oft wichtige Entscheidungen zu treffen. Die nötige Unterstützung hole ich bei Weiterbildungen auf Kongressen der chirurgisch tätigen Augenärzte in den USA und im Austausch mit Kollegen.

Ich bin stolz, als Augenchirurgin ein derartiges Unternehmen aufgebaut und für mich etwas Grossartiges geleistet zu haben.

Die Arbeit verlangt begeistertes Engagement mit geradliniger Führung.

Nicht wegschauen, über Fehler sachlich reden, den Mitarbeitenden Raum geben und diese mitbestimmen lassen. Klare Kommunikation sorgt dafür, dass die Zufriedenheit der Mitarbeitenden und auch die der Patienten gewährleistet wird.

Rubrik

gesehen

Ausgabe

Konkurrenz und Wirtschaft

Milada Keller

Nationalität
Schweizerin

Beruf
Augenärztin und -chirurgin, NLP-Master

Webseite
augenarzt-keller.ch

Merkmal
Blume

Info
Nach dem medizinischen Studium an den Universitäten Brno (Tschechische Republik) und Zürich hat Milada Keller die Fachausbildung in der Augenheilkunde am Kantonsspital St.Gallen begonnen. Es folgten weitere Ausbildungsjahre im Universitätsspital Zürich und im Kantonsspital Aarau.

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