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Frauen verdienen weniger als Männer in einer Partnerschaft – es liegt nicht nur an veralteten Geschlechterrollen

Benachteiligung von Frauen findet weiterhin statt, trotz Fortschritte in Sachen Gleichberechtigung. Im Schnitt verdienen sie immer noch weniger als Männer.

Frauen tragen gleich viel oder etwas weniger als der Mann zum Haushalt bei, zeigt die relative Einkommensverteilung in den europäischen Ländern. Doch es gibt nur wenige Paare, bei denen die Frau mehr verdient als der Mann.

Die bisherige Erklärung dieses Unterschieds des Einkommens ist, dass vor allem soziale Normen herangezogen wurden. So würde es immer noch gegen die gesellschaftlichen Konventionen verstossen, wenn die Frau mehr verdienen würde als der Mann. Dass es jedoch nicht nur soziokulturelle, sondern auch institutionelle Ursachen für den Lohnunterschied gibt, zeigt eine neue Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung und der Katholischen Universität Löwen.

Wenn die Partnerpräferenzen von Männern und Frauen gleich wären und es keine sozialen Normen gäbe, die besagten, der Ehemann solle mehr verdienen als die Frau, würde trotzdem ein Unterschied entstehen? Wissenschaftler gingen in der Studie davon aus, Frauen als auch Männer würden bei der Partnerwahl hohes Einkommen gegenüber niedrigem Einkommen bevorzugen. Trotzdem finden Männer oftmals eine Partnerin, die ein niedrigeres Einkommen hat als sie selbst. Auch wenn ein Mann als Geringverdiener gilt, wird er aufgrund der Lohnunterschiede in der Regel mehr Gehalt haben als eine gering verdienende Frau.

In der Presse heisst es, es gibt zwar viele Frauen, denen mehr Einkommen zur Verfügung steht als einem Mann mit einem geringen Einkommen. Doch die Frauen bevorzugen in ihrer Partnerwahl ja ebenfalls Männer, die besser gestellt sind als sie. So kann es ganz ohne die sozialen Normen zu Einkommensunterschieden zwischen Partnern kommen.

Um das zu prüfen, führten die Demographen mit einer Simulation einen Test durch. Dafür wurden 27 Männer und Frauen aus anderen europäischen Ländern auf einen virtuellen Heiratsmarkt geschickt. Sie sollten sich jeweils einen Partner mit einem möglichst hohen Einkommen suchen.

Die Ergebnisse waren ähnlich wie die Annahmen in der ursprünglichen Hypothese. In der Simulation fanden sich ebenfalls hauptsächlich Paare, bei denen die Frau etwas weniger verdient als der Mann. In der Regel hatte die Frau zumindest kein höheres Einkommen.

Obwohl in der Studie Aspekte wie Bildungsgrad des Partners, das soziale Umfeld oder das Steuersystem nicht berücksichtigt wurde, zeigt die Studie auf, dass das Einkommen-Kliff nicht nur durch die sozialen Normen entsteht. Es sind vielmehr auch strukturelle und institutionelle Ursachen, die zum Lohnunterschied führen.

Kategorie

News

Publiziert am

04.05.2020

Hashtag

#diewirtschaftsfrau #politik

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