Kleider machen Frauen – mit dem Outfit die Karriere vorantreiben | Die Wirtschaftsfrau
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Selbstvertrauen ist der wichtigste Schritt auf dem Weg zur Chefin.

Kleider machen Frauen – mit dem Outfit die Karriere vorantreiben

Kurze Röcke, tiefe Ausschnitte? Alles Klischees, auf diese Weise möchte sich keine Powerfrau der Schweiz den Weg ihrer Karriere ebnen. Doch Kleider machen tatsächlich Leute bzw. in diesem Fall Frauen und können dafür sorgen, dass mehr Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen durchblitzt. Der erste Eindruck ist entscheidend dafür, ob uns unser Gegenüber ernstnimmt oder nicht. Und wenn der passende Look diesen ersten Blick unterstützen kann, dann ist es dringend Zeit für einen karriereorientierten Outfitcheck!

Guidelines vs. eigener Geschmack – Grenzen ausloten aber nicht durchbrechen

Für Berufsanfängerinnen sind die Guidelines des neuen Unternehmens hilfreich, um nicht zu stark aus der Reihe zu tanzen. Die bewertenden Blicke der anderen ziehen Frauen immer dann auf sich, wenn sie sich von der Masse abheben. Eine gewisse Festigung im beruflichen Bereich ist vorher nötig, um dem eventuellen Gegenwind auch wirklich gewachsen zu sein. Sind wir doch einmal ehrlich, das vermeintliche Lob für die elegante (und auffällige) Bluse ist fast nie ernst gemeint.

Im Job geht es nicht darum Freunde zu finden, sondern darum zu analysieren, wer gefährlich werden könnte. Und die selbstbewusste Karriere Lady, die voller Stolz ihre hübsche Auswahl an Kleidern trägt und dabei den Kopf nach oben trägt, ist kein Opfer, sondern eine Konkurrentin. Wie lautet doch gleich der alte, weise Spruch, der schon so manche Frau auf dem Weg nach oben begleitet hat? Neid ist die schönste Form der Anerkennung, da sie die eigenen Talente untermauert.

Nach oben orientieren, nicht nach unten

Die Praktikantin kommt im lässigen Allday-Outfit zur Arbeit. Sei ihr vergönnt, immerhin hat sie in der Regel keine Ambitionen, noch länger im Unternehmen zu bleiben. Die Chefin in der neuen Start-Up-Welt trägt was ihr gefällt, weil sie weiß, wer sie ist und was sie kann. Was aber passiert mit der Angestellten, die felsenfest an ihren Aufstieg auf die nächste Hierarchie-Ebene glaubt und alles daran setzt, diesen Wunsch auch optisch zu festigen?

Sie orientiert sich nach oben, denn es geht darum, die richtige Präsenz auszustrahlen. Potenzielle Aufsteigerinnen tragen auch auf ihrer Stufe der Karriereleiter bereits das, was die nächsthöhere Ebene wählt. Wenn es keine Unterschiede gibt, umso besser. Wenn der schnittige Hosenanzug aber klar aussagt, dass hier eine Powerfrau am Werk ist, die in der Führungsebene optimal aufgehoben ist, wird er zum Favorit des Kleiderschranks.

Overdressed ist genauso unpassend wie underdressed

Viele werden sich noch an Karl Lagerfelds Aussage bezüglich Jogginghosen erinnern. Wer sie trägt hatte laut dem Designer die Kontrolle über das eigene Leben verloren. Vielleicht mag die bequeme Joggingpants beim Meeting tatsächlich die unpassendste Wahl sein, doch genauso unpassend ist ein zu hochgestochener Look.

Wer seine Chefin regelmäßig mit sündhaft teuren Blazern und autoritärer Bekleidung übertrumpft, während sie selbst in der lässigen Rock-Bluse-Kombi arbeitet, kann sich allein dadurch negativ bemerkbar machen. Entscheidend bei der Wahl des Outfits für den Beruf ist es, nicht negativ aufzufallen, nicht unscheinbar zu wirken und gleichzeitig auch noch den eigenen Geschmack zu treffen.

Feine Kleidung = hoher Rang – ein Mythos mit langer Tradition

Spontan würden von 100 befragten Personen vermutlich 99 die Frau im Hosenanzug als seriös und die Frau im Jogginganzug als unseriös bezeichnen. Die berufliche Kompetenz lässt sich nicht zwingend an der Kleidung festmachen. Wir alle haben schon einmal Frauen getroffen, die in Hausschlappen und Hausanzug zum Bäcker eilten, am nächsten Morgen aber erfolgreich eine Kanzlei, eine Praxis oder ein Großunternehmen leiteten.

Doch entscheidend ist nicht so sehr unser Eigenbild, sondern das, was das Gegenüber denkt. Und hier zeigt sich immer wieder, dass die Einordnung innerhalb von Sekunden erfolgt. Ob ein Mensch als wichtig eingestuft wird oder nicht, hängt eben doch von der Kleidung ab. Nicht ausschließlich, aber zu einem großen Teil. Faktoren wie Frisur, Aussprache, Körperhaltung und Sprache spielen dann eine weitere Rolle.

Die Arbeiterin im Blaumann wird von einem spontanen Besucher nicht als die Unternehmenschefin erkannt, auch wenn sie nur spontan eingesprungen ist und normalerweise ein Kostüm trägt. Allerdings lassen sich Status und Karriere nicht nur an der Bekleidung erkennen. Es ist traurig, dass diese Oberflächlichkeit sich bis heute durch das Berufsleben zieht.

Arbeitsverhalten durch Kleidung geprägt – die Selbstwirkung ist beachtlich

Noch erstaunlicher als die Fremdbewertung ist es, dass Selbstvertrauen und Durchsetzungsfähigkeit auch bei der Trägerin von Status-Bekleidung steigen. Nach dem Motto: „Ich sehe aus, wie eine Chefin also fühle ich mich auch so“, zeigt sich dieser Effekt auch in Studien und Experimenten immer wieder.

Das lässt den Schluss zu, dass gar nicht so sehr die Art der Kleidung, sondern das persönliche Empfinden eine Rolle spielt. Eine Frau, die sich in ihrem Outfit gut, attraktiv, selbstbewusst fühlt, strahlt das aus und arbeitet entsprechend.

Wer sich hingegen mies gestylt und unattraktiv fühlt, sollte am besten erst gar nicht zur Arbeit gehen. Klar, jede Frau ist einzigartig und schön, aber im Berufsleben lässt es sich nun einmal nicht leugnen, dass Kleider Leute machen. Zum kleinen Trost sei gesagt, dass es in der Herrenwelt auch nicht viel besser aussieht.

Kategorie

News

Publiziert am

12.09.2022

Hashtag

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Frauen in Führungsrollen gehören in der Schweiz zum Alltag.

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