Kreativität fördern: so bleiben Sie wettbewerbsfähig | Die Wirtschaftsfrau
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Mit einer gezielten Förderung der Kreativität schaffen Sie einen enormen Mehrwert für Ihr Unternehmen.

KREATIVITÄT FÖRDERN: SO BLEIBEN SIE WETTBEWERBSFÄHIG

Die heutige Unternehmenswelt ist geprägt von einem stetigen Wandel und sich immer wieder anpassender Prozesse. Eine der wichtigsten Waffen, um im Konkurrenzkampf nicht unterzugehen: Kreativität. Denn nur mit frischen Ideen, Angeboten, die es nicht an jeder Ecke gibt und fortschrittlichem Denken heben Sie sich vom Wettbewerb ab. Umso wichtiger ist es, dass eine Kultur geprägt wird, in der Kreativität grossgeschrieben wird.

Die wichtigste Grundlage: Führungskräfte müssen ihre Rolle verstehen
Damit Kreativität erfolgreich im Unternehmen gefördert wird, ist es wichtig, dass Führungskräften ihr Einfluss bewusst ist. Denn Vorgesetzte prägen das kreative Denken und Handeln der Mitarbeitenden massgeblich. Wichtig ist, dass Sie Rahmenbedingungen schaffen, in denen sich die Teammitglieder frei entfalten und der Kreativität im wahrsten Sinne des Wortes freien Lauf geben können. Die folgende Liste hilft Ihnen dabei, zu hinterfragen, ob diese Rahmenbedingungen in Ihrem Team gegeben sind:

  • Stelle ich Aufgaben mit herausforderndem Charakter – und möglichst auch mehr als eine Aufgabe – an meine Mitarbeitenden?
  • Lobe ich Leistungen und erkenne sie merkbar an?
  • Herrscht in meinem Team eine angstfreie Atmosphäre – können Mitarbeitende sich etwas trauen?
  • Gibt es genug Handlungs- und Gestaltungsspielraum?
  • Sind die erforderlichen Ressourcen verfügbar?
  • Unterstütze ich Mitarbeitende dabei, auch einmal ungewöhnliche Wege zu gehen?
  • Werden Entscheidungen schnell getroffen – Ideen also nicht durch Bürokratie im Keim erstickt?
  • Sind Mitarbeitende dazu angehalten, zu testen?
  • Ist das Team gut durchmischt, besteht dieses aus Mitarbeitenden mit verschiedenen Hintergründen und Erfahrungen?
  • Werden Ideen jüngerer Mitarbeitenden gleich gewertet wie die älterer Teammitglieder?
  • Nehme ich Vorschläge ernst, auch wenn sie im ersten Moment seltsam anmuten?
  • Gehe ich selber mit gutem Beispiel voran und bringe neue Ideen ins Team ein, welche sich weiter diskutieren lassen?

Ob Sie diese Punkte abhaken können oder nicht, können Sie sich natürlich selbst beantworten.

Noch besser ist aber eine gemeinsame Abwägung dieser Punkte mit dem Team.

Denn es kann ja zum Beispiel durchaus sein, dass Ressourcen für die Umsetzung von Ideen fehlen, Sie das aber gar nicht mitbekommen. Deshalb ist es für Sie wichtig, sich hier Feedback einzuholen.

Geben Sie Orientierung und ermuntern Sie – die Ideen überlassen Sie den Mitarbeitenden
Sie sehen: Führungskräfte müssen Ideen gar nicht selbst haben, sondern den Mitarbeitenden das Umfeld schaffen, das sie dazu beflügelt, kreativ zu werden. Ihre Hauptaufgabe ist es deshalb, Orientierungen vorzugeben und dabei zu unterstützen, Ideen auf den Weg zu bringen. Ihre Rolle besteht darin, Aufgaben zu definieren, Freiräume einzuräumen und die Innovationsarbeit direkt zu unterstützen.

Routine ist der Killer für Kreativität
Die grösste Gefahr in Unternehmen für Kreativität: Routine!

In Unternehmen besteht eine Tendenz, in Gewohnheiten und Routineprozessen zu erstarren.

Deshalb ist es wichtig, immer wieder zu hinterfragen, ob Prozesse noch einen Sinn haben, oder ob eine neue Herangehensweise notwendig ist. Prozesse sind in der Regel darauf ausgelegt, die Arbeit möglichst effizient zu gestalten. Doch das bedeutet leider häufig, das Gegenteil von Kreativität zu leben. Eine wichtige Erkenntnis ist also: Um neue Ideen voranzubringen, lohnt es sich, Mitarbeitende aus ihrem gewohnten Alltagstakt herauszuziehen und ihnen auch zu erlauben, vermeintlich weniger Geld zu erwirtschaften. Das ist der Punkt, an dem Kreativität fördern eben kostet. Ebenfalls kreativitätshemmend: Der Rechtfertigungsdruck, der in den meisten Unternehmen aufgebaut wird.

Das Problem: Mit diesem Druck machen keine Mitarbeitenden Dinge, die scheitern könnten. Damit steht und fällt aber die Innovation.

Fünf Praxis-Tipps zur Kreativitätsförderung
Praxistipp 1: Binden Sie Kunden mit ein
Wenn Sie zum Beispiel den Plan haben, Ihr digitales Leistungsangebot auszuweiten, lohnt es sich, Kunden einzubeziehen. Sie können Ihnen von der ersten Idee, über den ersten Prototypen bis hin zu Neuauflagen wichtiges Feedback geben.

Wer könnte Ihnen besser sagen, was der Kunde will, als er selbst?

Und damit schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn die meisten Kunden fühlen sich wertgeschätzt, wenn sie sich beteiligen dürfen.

Praxistipp 2: Gehen Sie nach Themengebieten vor
Auch Ideenfindung braucht einen groben Fahrplan. Deshalb ist es ratsam, Projektgruppen in Themenbereiche einzuordnen. So schafft man doch einen groben Rahmen, in welchem sich die Mitarbeitenden dann doch wieder frei bewegen können.

Praxistipp 3: Setzen Sie Teams mit Bedacht zusammen
Zuallererst sollten Sie bedenken: Manche Mitarbeitende funktionieren freier OHNE den Chef. Da Druck kontraproduktiv für Ideen ist, sollte sich dieser vielleicht also mit Abwesenheit rühmen.

Setzen Sie ausserdem auf Diversifizierung!

Achten Sie also darauf, dass die Mitarbeitenden in der Kreativ-Gruppe unterschiedliche Ausbildungen, Interessen, eine andere Herkunft und auch Blickwinkel haben. Steve Jobs hat beispielsweise immer wieder betont, dass das Team, das einst den Mac erfand, berufliche Werdegänge in Anthropologie, Kunst, Geschichte und Poetik hatte. Neues entsteht, wenn ein Unternehmen den Unterschied ehrt, nicht die Konformität.

Praxistipp 4: Bieten Sie flexible Arbeitsbedingungen
Jeden Morgen Punkt sechs Uhr aus dem Bett, um rechtzeitig bei der Arbeit zu erscheinen? Starre Arbeitszeiten sind nicht kreativitätsfördernd, eher im Gegenteil. Es gibt Mitarbeitende, die erst um neun Uhr zur Höchstform auflaufen. Geben Sie Ihren Mitarbeitenden Freiraum – auch wenn es nur eine halbe Stunde ausmacht, welche diese später im Büro erscheinen dürfen. Vielleicht arbeiten sie ja gerne am Abend etwas länger. Je nach Tätigkeit können Sie auch flexible Arbeitsorte anbieten. Sei es das Home Office oder arbeiten im Park; ein Umgebungswechsel regt zum kreativen Denken an.

Praxistipp 5: Stellen Sie eine anonyme Ideen-Box auf
Vielleicht gibt es in Ihrem Team Mitarbeitende, die sich nicht getrauen, in die Offensive zu gehen. Stellen Sie in Ihrem Büro eine Kiste auf, in welche die Teammitglieder anonym ihre Ideen einwerfen können. Diese können Sie einmal pro Monat in der Teamsitzung durchgehen.

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Konkurrenz und Wirtschaft

Kreatives Arbeitsumfeld

Wie fördern Unternehmen Innovation und Kreativität?

Ein kreatives Arbeitsumfeld ist für jedes Team wichtig, um neue Ideen einbringen und produktiv arbeiten zu können. Das ist auch den Unternehmen in allen verschiedenen Branchen bewusst. Je ausgefallener, desto besser. Firmen in der Technologie-Branche sind hierbei äusserst vorbildlich. Mit einzigartigen Methoden versuchen sie die Leistung und Kreativität ihrer Arbeitnehmer auf ein Optimum zu bringen.

Wir haben zwei Schweizer Firmen zur Kreativitätsförderung befragt:

Kreativität, Innovation und Veränderung sind Elemente, die bei SFS gelebt werden und tief verankert sind. Dies spiegelt sich auch in unserem Leitbild („Wir wollen Veränderung“) sowie in unserem neuen Claim „Inventing success together“ wider und bedeutet für uns, den Erfolg immer wieder neu zu erfinden. In enger Partnerschaft und im kontinuierlichen Austausch mit unseren Kunden, Arbeitskollegen und Lieferanten.

Geiling, Yvonne, SFS Group AG

Krankenversicherung und Kreativität? Unvereinbar! Falsch, denn grosse Unterschiede bezüglich Kundenzufriedenheit mit Krankenkassen zeigen, dass Kreativität auch in einem stark reglementierten Umfeld leben kann. In jeder Funktion gibt es Spielraum, um Kunden glücklich zu machen. Diese Kreativität fördern wir, indem wir innerhalb der Leitplanken maximale Eigenverantwortung gewähren.

Schnidrig, Silvia, Swica Gesundheitsorganisation

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