Top-Sharing als Arbeitsmodell – so funktionierts | Die Wirtschaftsfrau
Jungunternehmerin des Jahres
«SEF.WomenAward» – der Wirtschaftspreis der Frauen
Pensionskassenrenten von Frauen viel tiefer

Laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) arbeiteten 2016 nur 3.7% aller Arbeitnehmenden in einem Jobsharing-Modell.

Top-Sharing als Arbeitsmodell – so funktioniert’s

Top-Sharing ist grundsätzlich nichts anderes als Jobsharing für Kaderpositionen. Das Führungsduo trägt nebst dem, dass sie gemeinsame Aufgaben haben auch gemeinsam die Verantwortung. Wie der Verein “Part Time Optimierung” erklärt, gibt es verschiedene Formen von Top-Sharing.

Bei “reinem” Top-Sharing ist das Führungsteam mit einem einzigen Vertrag an den Arbeitgeber verbunden. Bezüglich der Arbeitsaufteilung macht dies die beiden Kaderpersonen gänzlich austauschbar. Das “hybride” Top-Sharing ist jedoch weiter verbreitet. Beide Kaderpersonen haben hier einen Teilzeitarbeitsvertrag, welche durch spezielle Abmachungen miteinander verbunden sind.

In der Schweiz ist Top-Sharing nicht weit verbreitet. Laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) arbeiteten 2016 nur 3.7% aller Arbeitnehmenden in einem Jobsharing-Modell. Nur ein sehr kleiner Teil davon macht Top-Sharing. Wie Irenka Krone sagt, habe dies viel mit Marketing zu tun. Sie ist Geschäftsführerin des Vereins “Part Time Optimierung”. Der Grund dafür, dass Jobsharing nur so wenig verbreitet ist, sei oft der Mangel an Aufklärung über dieses Modell und dessen Potenzial. Selbst HR und Personalämter hätten zu wenig Ahnung, wie man Paare im Top-Sharing rekrutiert.

Vor- und Nachteile

Der Hauptvorteil des Top-Sharings ist selbstverständlich. Bisherige Vollzeitarbeitende oder Teilzeitarbeitende können einerseits zu einer reduzierten Arbeitszeit Führungsfunktionen besetzen. Andererseits gehen dem Unternehmen qualifizierte Arbeitskräfte, in die es evtl. viel Geld investiert hat, nicht verloren. Zudem nennt die Schweizer Kader Organisation (SKO) auch Vorteile für Arbeitgeber. Die beiden Personen im Führungsduo bringen verschiedene Kompetenzen und Erfahrungen mit. Top-Sharer:innen seien ausserdem produktiver, da sie in ihrer Freizeit besser abschalten können.

Beim Top-Sharing ist der Planungs- und Organisationsaufwand laut der SKO sehr gross. Das Führungsduo muss ausserdem kompatibel sein. Vor allem am Anfang braucht es einen hohen Zeitaufwand, bis sich das Tandem untereinander abgestimmt hat. Wenn dringende Entscheidungen getroffen werden müssen – aber auch bei anderen Entscheidungen –  ist grosse Flexibilität gefragt. In diesem Fall müssen Top-Sharer:innen auch ausserhalb der Arbeitszeit anpacken.

Für wen ist Top-Sharing?

Top-Sharing bedingt die Möglichkeit zur Teilzeitbeschäftigung, was vor allem Frauenarbeit ist. Wie die Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen, gehen zurzeit 60% erwerbstätiger Frauen einer Teilzeitarbeit nach. Bei Männern sind es nur 18%. Teilzeitarbeit ist also ein typisches Merkmal der weiblichen Erwerbsarbeit. Top-Sharing kommt also vor allem Frauen zugute. Trotz Teilzeitarbeit können sie durch das ihre Kaderpositionen behalten und weiterhin von Aufstiegsmöglichkeiten profitieren. Mit Top-Sharing ist der Teilzeitwunsch kein Jobkiller mehr. Wie Irenka Krone erklärt, kommen Frauen so aus der typischen Falle des Teilzeitpensums raus. Viele Frauen in der Schweiz kennen dies, sie kommen nicht weiter und haben oft uninteressante Stellen. Durch Top-Sharing kommen sie zu interessanten Positionen, die als 100%-Stellen ausgeschrieben sind.

Im Moment äussern auch immer mehr Männer den Wunsch nach Tandemführung, wie Krone sagt. Dies sei verständlich, denn der Anteil an Männer in der Teilzeitarbeit hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen.

 

Quelle: https://www.srf.ch/news/wirtschaft/top-sharing-als-arbeitsmodell-den-chefsessel-teilen-so-funktioniert-s

Kategorie

News

Publiziert am

06.05.2021

Hashtag

#diewirtschaftsfrau #politik

Comments are closed.

FRAUENJOBS.CH
ABONNIEREN