Was ist Jobsharing und wie funktioniert es? | Die Wirtschaftsfrau
The Next Generation – so klappt die Unternehmens­nachfolge
Isabelle Wildhaber: Robotisierung im Arbeitsmarkt

Durch Jobsharing kann auch der Genderausgleich verbessert werden.

Was ist Jobsharing und wie funktioniert es?

Die Digitalisierung vereinfacht Jobsharing –  Jobsharing, das flexible Arbeitsmodell für alle Generationen

Die digitale Revolution verändert die Geschäftswelt radikal. Zeitgleich befinden wir uns gerade im neuen Wertewandel zur neuen Arbeitswelt/Arbeit 4.0, wir sind mitten in der New Work Transformation. Die New Work richtet sich nach neuen Fähigkeiten: Empathie, soziale Intelligenz und Kreativität. Diese Fähigkeiten im neuen Zeitalter sind genau die Eigenschaften, welche im Besonderen Frauen mitbringen!

Frauen werden daher die neuen Innovatorinnen der Zukunft.

Durch diese Transformation entstehen flexiblere Arbeitsmöglichkeiten: zeitlich und räumlich ungebunden – Kreativität und übergreifende Zusammenarbeit liegen im Fokus. Neue Arbeitsformen, Arbeitsmodelle und Arbeitsorte entstehen. Eines der flexiblen Arbeitsmodelle, welches durch diese Veränderung in der Arbeitswelt im Aufstreben ist, ist das Jobsharing.

Was ist Jobsharing?
Jobsharing bedeutet wörtlich die Aufteilung eines Arbeitsplatzes unter zwei oder mehreren Arbeitnehmenden. Jobsharing gibt es seit jeher, denken wir nur an das System im Bundesrat. Sieben Personen teilen sich den Arbeitsplatz für eine Stelle. Hierzulande ist der Begriff Jobsharing eher bekannt als „Co-Leitung“. Oder denken wir an die zahlreichen KMU, bei welchen sich ein Ehepaar die Position der Geschäftsleitung teilt, mit einem Pensum von je 100%.

Jobsharing ist die Lösung zur Berücksichtigung der eigenen Bedürfnisse, wie beispielsweise in einer ausgeglichenen Lebensbalance zu leben. Frauen suchen nach dem Mutterschaftsurlaub vermehrt nach Arbeit im Teilzeitpensum, die junge Generationen sucht nach mehr Freizeit und somit nach flexiblen Arbeitsmodellen und Führungspositionen werden im Teilzeitpensum möglich.

Aber Achtung: Jobsharing bedeutet nicht zwingend eine Summe von 100%. Hier liegt bereits das erste Missverständnis zu Jobsharing. Jobsharing ist daher auch nicht Teilzeitarbeit, sondern MACHT eine Arbeit im Teilzeitpensum möglich. Ein Jobsharing-Paar kann sich eine Arbeit aufteilen, beispielsweise 100:80% (oftmals die Variante bei Führungspositionen), 70:60% oder 50:50%. Die Beweggründe, aus denen eine Person im Jobsharing arbeiten möchte, variieren von Person zu Person.

Primär wichtig bei Jobsharing-Paaren ist, dass die Chemie zwischen den beiden stimmt.

Ein Jobsharing-Paar bringt doppelte Erfahrung, doppeltes Wissen und doppelte Kompetenz. Es ist bereits statistisch erwiesen, dass ein Jobsharing-Paar um 10-15% produktiver ist als eine Person im Vollzeitpensum (Quelle Tandemploy).

Jobsharing ist eine Win-Win-Situation für Unternehmen und Mitarbeitende
Während die Bedürfnisse von Mitarbeitenden abgedeckt werden, profitiert das Unternehmen gleichzeitig. Beispielsweise von einem automatischen Wissenstransfer und somit von direkter Nachfolgeplanung: Ein Jobsharing-Paar kann zum Beispiel aus einem Vertreter der älteren Generation (Bedürfnis der Führungsperson, langsamer Ausstieg aus dem Erwerbsleben) und einer Vertreterin der jüngeren Generation (Bedürfnis Führungsposition im Teilzeitpensum) bestehen. Weiter kann das Unternehmen gut qualifizierte Mitarbeiter behalten und somit dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden.

Die Digitalisierung beschleunigt das flexible Arbeitsmodell Jobsharing
Unternehmen sind gefordert, im heutigen Marktumfeld den Trends wie Digitalisierung, demographischer Wandel, Arbeit 4.0, etc. standzuhalten. Diese Entwicklungen bringen flexible Arbeitsmodelle ins Unternehmen, wie das Jobsharing. Die Generationenvielfalt wird dadurch gefördert und neue Zielgruppen können gewonnen werden, wie beispielsweise Frauen, welche im Teilzeitpensum eine Führungsposition anstreben möchten. Generell wird durch die Möglichkeit des Jobsharings die Mitarbeiterbindung und -motivation unterstützt.

Die Digitalisierung ermöglicht den orts- und zeitunabhängigen Austausch im Unternehmen.

Die neuen digitalen Möglichkeiten reduzieren den Aufwand zum fachlichen Austausch enorm. Während es früher eine persönliche wöchentliche Sitzung beider Personen zum Austausch erforderte, ist heute dank den digitalen Möglichkeiten eine gemeinsame Anwesenheit zur Übergabe nicht mehr zwingend, ein Anruf, eine kurze Mail, Gruppenchat oder ähnliches ist bereits die Norm.

Erhöhung der Generationenvielfalt in der Wirtschaft durch Jobsharing
Die Vielfalt der Kombinationen von Bedürfnissen zeigt endlose Möglichkeiten zur Gestaltung von Jobsharing-Paaren:

  • Für Frauen: Mit Jobsharing lassen sich Beruf und Familie vereinen. Führungspositionen werden im Teilzeitpensum möglich.
  • Für die ältere Generation: Jobsharing ermöglicht einen langsamen Ausstieg aus dem Erwerbsleben, ohne Stellenverlust.
  • Für die junge Generation: Flexibles Arbeiten ist die Wertvorstellung der jungen Generation, Jobsharing erfüllt genau dieses Bedürfnis.
  • Für Männer: Teilzeitstellen sind rar, aber immer mehr Männer möchten mehr freie Zeit neben dem Berufsleben. Durch die Umwandlung einer
  • Führungsposition in Jobsharing lassen sich Karriere und Arbeit im Teilzeitpensum ermöglichen.

Generationen verbinden mit Jobsharing
Während Vertreter des dritten Alters sich eine Pensum-Reduktion wünschen, aber die eigene Position nicht verlieren möchten, kann durch eine einfache Umwandlung einer Stelle in das Arbeitsmodell Jobsharing mit einem Jobsharing-Partner der Zielgruppe Mutter, welche einen Wiedereinstieg in einer Führungsposition im Teilzeitpensum sucht, gleichzeitig abgedeckt werden. Mütter können als neue Zielgruppe von Unternehmen definiert werden. Nicht nur diese Kombination der zwei Generationen, welche im Team arbeiten würden, auch der Genderausgleich kann gleichzeitig erhöht werden. Um bei diesem Beispiel zu bleiben, reduziert der Arbeitnehmer des dritten Alters resp. erhöht die Wiedereinsteigerin ihr Pensum. Dadurch profitiert das Unternehmen von einem automatischen Know-how Transfer und somit von einer direkten Nachfolgeplanung.

Durch die Digitalisierung kann man als selbständig Erwerbende arbeiten, orts- und zeitunabhängig.

Via Internetplattformen werben Unternehmen bereits heute viele Freelancer oder selbständig Erwerbende an. Diese Form von Suchen und Angebot mittels Plattform nennt sich Sharing Economy und ist ein wichtiger neuer Ansatz in der Wirtschaft.

Noch nie war es so einfach wie heute, sich selbständig zu machen. Viele Frauen sind risikobewusst und haben in der Vergangenheit den Schritt in die Selbstständigkeit nicht gewagt. Durch die neuen Möglichkeiten und die enorme Risikominderung bei Kosten und Langzeitverträgen wird die selbständige Erwerbsform bei Frauen in der Zukunft ein grosses Thema werden. Jobsharing erleichtert diesen Weg.

Eine Möglichkeit ist der langsame Übergang: die eigene Stelle behalten, aber in ein Jobsharing-Modell mit Teilzeitpensum umwandeln. Dadurch bekommt man weiterhin ein gesichertes Einkommen, man kann sich weiterhin in der wichtigen Position gewinnbringend einbringen und gleichzeitig in den zeitlichen Freiräumen den eigenen unternehmerischen Interessen nachgehen. Gerade Personen mit unterschiedlichen Kompetenzen und Erfahrungen ergänzen sich perfekt. Hier sind nicht nur Jobsharing-Paare unterschiedlicher Herkunft, sondern auch unterschiedlichen Alters ideal.

Gerade für Mütter ist Jobsharing die ideale Lösung, um Beruf und Familie zu vereinen.

Denn für Eltern ist der Faktor “Zeit” ausschlaggebend. Daher entscheiden sich viele Mütter und Väter für ein reduziertes Pensum. Ein reduziertes Pensum muss aber nicht zwingend eine klassische Teilzeitstelle sein, denn Jobsharing bietet viel mehr als Teilzeit. Ein Wiedereinstieg nach dem Mutterschaftsurlaub wird möglich, indem die eigene Stelle behalten wird und nach dem Mutterschaftsurlaub in ein Jobsharing-Modell umgewandelt wird. Der Wunsch, einer anspruchsvollen Stelle oder einer Führungsposition im Teilzeitpensum nachzugehen, wird möglich. Gute Teilzeitstellen sind bekanntlich rar. Mit Jobsharing wird die Treffer-Quote bei der Stellen-Suche auf Vollzeitstellen erhöht. Dazu muss nur ein geeigneter Jobsharing-Partner gefunden werden und die gemeinsame Bewerbung auf die Vollzeitstelle ausgerichtet werden. Man kann quasi jede Vollzeitstelle in ein Jobsharing-Arbeitsmodell umwandeln.

Rubrik

gehört

Ausgabe

Digital und Generation

Jobsharing

Gründung
2016

Präsident
Sara Müller

Leitung
Sara Müller

Sitz
Bubikon

Webseite
jobsharing-consulting.ch

Jobsharing ist smart – wir zeigen Ihnen wie!

Wir beraten Menschen und Unternehmen zum Thema Jobsharing. Wir bieten Tools und Dienstleistungen für Menschen und Unternehmen zum einfachen Finden von einem Jobsharing-Partner und zum Suchen und Bieten von Jobsharing-Stellen. Wir organisieren Events zum Thema Jobsharing. Wir vermitteln Wissen zu Jobsharing.

jobsharing starten

Um Jobsharing zu starten, braucht es einen passenden Jobsharing-Partner und eine passende Jobsharing-Stelle.

1. Möglichkeit:
Jobsharing-Partner suchen und sich gemeinsam auf eine Vollzeitstelle bewerben.

2. Möglichkeit:
Jobsharing-Stelle suchen und danach einen geeigneten Jobsharing-Partner finden.

3. Möglichkeit:
Die eigene Stelle behalten, in ein Jobsharing-Arbeitsmodell umwandeln und einen geeigneten Partner suchen.

das buch dazu

Jobsharing – der Jobsharing-Ratgeber

Jobsharing ist ein einzigartiges Arbeitsmodell, daher hat Sara Müller ihren persönlichen Ratgeber zu Jobsharing verfasst. Nützliche Tipps zu Jobsharing und wie man Jobsharing startet.

Der Jobsharing-Ratgeber enthält folgende Kapitel:

  • Grundlagen zu Jobsharing (z.B. Formen, Arbeitszeitaufteilung…)
  • Wer kann Jobsharing nutzen (z.B. Männer, Frauen…)
  • Wie und wo einen Jobsharing-Partner und oder Jobsharing-Stelle suchen
  • Das erste Treffen
  • Die Jobsharing-Bewerbung

Bestellung direkt beim Verlag Islandbboks (ISBN 978-3-03846-971-1) für CHF 14.90.
Taschenbuch mit 54 Seiten – Softcover – 180x120mm oder als eBook erhältlich.

„Sara Müller führt so gut durch das Thema Jobsharing, dass man sich nach der Lektüre fragt: Warum arbeiten wir nicht schon längst so? Empfehlenswert!”
Anna Miller, Journalistin

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