Zeitmillionärin: Reich an Zeit? | Die Wirtschaftsfrau
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Zeitmanagement sollte so gestaltet werden, dass Platz für Augenblicke des Innehaltens ist.

Zeitmillionärin: Reich an Zeit?

Gratulation: Sie haben bei einem Wettbewerb CHF 86‘400.00 gewonnen. Jeden Morgen erhalten Sie von der Bank denselben Betrag gutgeschrieben, den Sie gleichentags ausgeben müssen. Auf ein anderes Konto überweisen geht nicht. Sie brauchen das Geld nicht zurückzuzahlen, jedoch kann die Bank diesen Geldsegen jederzeit und ohne Vorwarnung beenden. Was Sie an dem Tag nicht verbrauchen, wird Ihnen wieder genommen.

Was würden Sie mit dem Geld tun? Welche Wünsche würden Sie sich erfüllen? Dieses Gedankenexperiment ist Realität: Wir sind reich – jeden Morgen bekommen wir 86‘400 Sekunden geschenkt. Achtlos verbrachte Zeit verfällt unwiderruflich – genau wie das Guthaben des fiktiven Kontos.

Was machen wir mit dieser kostbaren Lebenszeit?

Überweisen oder sparen ist nicht möglich, doch wir können die Zeit sinnvoll investieren – in uns! Wir können damit unser Leben oder auch das unserer Mitmenschen bereichern. Es gibt ihn, diesen anderen Reichtum, den man nicht mit Geld kaufen kann. Jeder Tag gibt uns die Chance, ein wenig mehr von dem zu machen, was uns Freude bereitet.

Und die Ressource Zeit ist gerecht: Jeder hat pro Tag gleich viel zur Verfügung.

Rein quantitativ besteht absolute Chancengleichheit. Den Unterschied macht die Qualität der erlebten Zeit. Umbrüche – Aufbrüche – Abbrüche; sie prägen die Welt und uns Menschen. Leider kommen sie immer öfters plötzlich und unerwartet. Keine fliessenden Übergänge. Technologische Errungenschaften wollen uns weismachen, dass unser Einfluss immer kleiner wird. Nein, WIR sind es, die die Arbeitswelt gestalten. Es ist auch eine Haltungsfrage; wir sind nicht Opfer des Wandels, sondern Teil davon und prägen ihn. Es ist an uns, herzliche Momente der Begeisterung zu schaffen, kurze Augenblicke des freudigen Innehaltens in einer immer hektischer werdenden Welt. Das Leben im Moment ist essenziell. Und es braucht viel Herzblut und Engagement für die Berufung im Beruf.

Leidenschaftlich erfolgreich
Die 35-jährige Panta R. war im mittleren Management im Personalbereich tätig. Sie liebte ihren Job. Mit der Zeit entfernte sie sich jedoch von Familie und Freunden und lebte nur noch für die Arbeit. Sie fühlte sich atemlos und getrieben, war innerlich ständig bei ihrer To-do-Liste und im Problemlösungsmodus. Vor drei Jahren hatte Panta eine Vision und wusste anfangs nicht, ob sie sich darüber freuen soll oder sich davor fürchten muss. In ihrer Vision ist sie gelassen und handelt souverän. Keine Hektik, kein Chaos. Sie liebt es, mit Freunden und Arbeitskollegen zu diskutieren, stundenlang, als gäbe es keine Zeitrechnung. Sie hat innere Freiheit gewonnen, lebt authentisch und erfüllt sich Herzenswünsche. Dieses innere Bild stand so im Widerspruch zu ihrem damaligen Leben; doch es liess sie nicht mehr los. Panta wurde immer klarer und ihre Vision gewann an Kraft, bis ihr Entschluss plötzlich feststand: Sie kündigte ihren Job, änderte ihr Leben, gab ihren inneren Bedürfnissen mehr Raum. Heute lebt sie erfolgreich ihre Talente mit ihrer Berufung.

Anstehender Wandel und Veränderung, ob freiwillig oder angeordnet, sind meistens mit Unsicherheit und Ungewissheit verbunden.

Panta’s starker Veränderungswille, ihre offene Haltung und Neugierde gegenüber Neuem unterstützten sie auf ihrem Weg.

Ach, du liebe (Arbeits-)Zeit
Es geht nicht darum, Zeit „durchzutakten“, sondern sie sinnvoll zu nutzen. Wer weiss, wie es ist, nicht immer der Karriere hinterherzueilen, nicht von Termin zu Termin zu hetzen und nicht unter Zeitdruck zu stehen? Zeit ist unsere wichtigste Ressource. Unsere Zeit gehört uns allein und wir müssen/dürfen selber entscheiden: Wo stehe ich im Leben? Wie und was möchten wir arbeiten? Was ist mir wichtig und was treibt mich an?

Mit einer Festanstellung, mit festem Gehalt und nach fester Arbeitszeit zu leben ist ein Muster, das viele verinnerlicht haben.

Nicht selten kommt plötzlich dieser Moment, wo nichts vor- noch rückwärts geht.

Stillstand. Jetzt ist es angezeigt, nach den tieferen Ursachen für die allgemein empfundene Zeitarmut zu fragen. Sind nicht diejenigen reicher, die frei über ihre Zeit verfügen können?

Panta’s Entscheidung war keine Absage an die Leistungsgesellschaft. Sie hat ihre Einstellung gegenüber Erfolg und Erfüllung überdacht und korrigiert: In unserer hektischen Businesswelt verhindert Logik nicht selten, das Herz einzuschliessen. Intuition ist gefragt. Die Wichtigkeit der emotionalen Intelligenz, welche vom Herzen ausgeht, ist wissenschaftlich erforscht.Zeit ist ein luxuriöses und kostbares Gut – begrenzt und nicht vermehrbar. Ihre Endlichkeit macht sie unbezahlbar. Und Zeitqualität hat unmittelbar mit Sinn(es)erfahrung zu tun. Auch mit Gegenwärtigkeit – mit ‚ganz bei sich sein‘. In welcher Qualität wir uns selber wahrnehmen, ist wichtig für unsere innere Präsenz. Fehlt diese Zeitqualität, sind wir in unseren Aufgaben nicht motiviert. Nur wer in seinem Tun den tieferen Sinn wieder entdeckt und intrinsisch motiviert ist, ist agil und begeistert unterwegs. Für mehr Flexibilität braucht es die Bereitschaft jedes Einzelnen, selbst agil zu werden.

Feminine Kompetenzen

Agilität ist die Fähigkeit, die man auch vom Fussball kennt: Explosiv antreten, abbremsen, seine Laufrichtung ändern und erneut antreten.

Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Boston Consulting Group (BCG) ist eine agile Arbeitsweise seitens der Mitarbeitenden der bedeutendste Faktor, um den wirtschaftlichen Gesamterfolg eines Unternehmens zu steigern. Unternehmensleiter wissen, dass es unerlässlich ist, agil zu bleiben, um Veränderungen am Markt gewinnbringend zu nutzen. Diese Einsicht leistet auch dem Vertrauen und der Arbeitsmoral Vorschub – mit positivem Einfluss auf die Motivation und das Ergebnis. Soziale Fähigkeiten wie Empathie und Selbstmanagement werden künftig entscheidend sein. Frauen könnten Gewinnerinnen des kommenden digitalen Zeitalters sein, weil sie häufig über eine höhere Sozialkompetenz verfügen als Männer.

Diese neuen Anforderungen kommen Panta R. zugute. Ihre Wünsche und ihre Erfahrungen im HR-Bereich setzt sie heute als Coach um. Sie trainiert Führungspersonen, fördert kreativunabhängiges Denken und ermutigt sie, Vorbild und glaubwürdig zu sein. Chefs sind mitverantwortlich, dass Mitarbeitende ihren Job als sinnvoll erleben.

Achtsamkeit in der Wirtschaft
Noch einmal tief durchatmen, bevor der Tag mit seiner Hektik uns in seinen Bann zieht. Uns bewusst machen, wie lebenswert diese kleinen Augenblicke sind.

Wenn wir unsere Wahrnehmung verfeinern, bevor eine schier unermessliche Flut an Herausforderungen auf uns herabzustürzen droht, wird die bedrohlich flüchtige Zeit zur gelebten Zeiterfahrung.

Sich in etwas mit Hingabe verlieren und vertiefen können, in seiner Arbeit aufgehen, bedeutet letztlich Gewinn: Zeit. Sinn. Solche eine Gelassenheit gründet auf Achtsamkeit und der Kompetenz zu echter Präsenz.

Auf der Jagd nach immer höheren Gewinnen kommen Herzlichkeit, Wertschätzung und Dankbarkeit häufig zu kurz. Sie gehen vergessen, obwohl sich gerade diese Werte betriebswirtschaftlich auszahlen würden.

Man hat den Eindruck, Achtsamkeit und Herzlichkeit seien ein Luxus, den wir uns in der Hektik nicht mehr leisten können. Diese andere Form der Intelligenz, als nur den Verstand zu Rate zu ziehen, kann man trainieren. Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit, konstruktiv mit den eigenen Gefühlen und denen anderer umzugehen. Es handelt sich um die Kompetenz von Perspektivenwechsel, Empathie und einem tieferen Verstehen – mit Herz und Verstand. Voraussetzung ist eine Haltung, die von Offenheit, Geduld, Bescheidenheit und Mitgefühl geprägt ist. Diese Haltung lässt sich durch Achtsamkeit kultivieren. So kommt die Ruhe und mit der Ruhe die Klarheit, Konzentration und der Fokus auf das Wesentliche.

Panta folgt ihrer Berufung und kann ihre Kompetenzen leben. Dass sie heute sinnstiftend ihre Fähigkeiten einsetzen kann, gibt ihrem Handeln einen tieferen Sinn.

Sind 86‘400 Sekunden nicht viel mehr wert als die gleiche Menge in CHF? Das Leben duldet keinen Aufschub und lädt uns ein, im Augenblick zu sein und nicht in der Vergangenheit oder Zukunft zu verweilen.

Dalai Lama bringt es auf den Punkt:

„Es gibt nur zwei Tage im Leben, an denen wir nichts tun können: Der eine war gestern und der andere ist morgen.“

Rubrik

gehört

Ausgabe

Wirtschaft und Finanzen

Christina Weigl

Christina_Weigl

Firma
Training & Coaching GmbH

Webseite
christina-weigl.ch

Info
Ihre Kernkompetenzen sind Leadership, Service-Excellence, Resilienz sowie Leadership für Frauen „Berufung – Führung – Sinn“.

Emotionale Intelligenz

Stärkung der emotionalen Intelligenz mit HeartMath®/Herzintelligenz
Unser Gehirn im Herzen: Auch das Herz hat ein eigenes Nervensystem, das unabhängig vom Kopf Informationen verarbeitet. Untersuchungen
belegen: Das Herzgehirn empfängt intuitive Informationen, bevor sie den Kopf erreichen (McCarty, HeartMath Institut). Das bedeutet, dass das Herz
auf viel mehr Informationen zurückgreifen kann, als unser Gehirn im Kopf.
Und das auch noch schneller.

Übung Quick Coherence / Herz-Flow

  • Aufmerksamkeit auf das Herz.
  • Vorstellung: Durch das Herz einzuatmen – durch den Bauch auszuatmen.
  • Angenehme Situation mit allen Sinnen wahrnehmen – positives Gefühl der Dankbarkeit wahrnehmen. Mehrmals am Tag ca. 1 – 2 Min. Steigert Souveränität, Klarheit und Präsenz.

Nutzen HeartMath®/Herzintelligenz

  • Baut Stress, Sorgen und Ängste ab.
  • Lässt uns besser mit Druck und Hektik umgehen.
  • Steigert Konzentration und Flexibilität sowie Leistungsfähigkeit.
  • Optimiert den Energiehaushalt und fördert Empathie und Intuition.
  • Hilft bei Nervosität, Erschöpfung und Schlaflosigkeit.

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